Als wir unser erstes Kind erwartet haben, wollten wir, wie wohl die meisten Eltern, perfekt vorbereitet sein. Also haben wir uns umfassend ausgestattet: ein grosser Kinderwagen mit Babywanne, Sportsitz, jede Menge Zubehör, Taschenhaken, Adapter für den Autositz (Maxi-Cosi). Kurz gesagt: das volle Programm.
Doch die Realität sah schnell anders aus.
Die Realität im Alltag
Schon beim ersten Spaziergang wurde klar: Unser Baby mochte die Babywanne überhaupt nicht. Das flache Liegen schien ihm unbequem zu sein, und er rutschte immer wieder leicht zur Seite oder nach unten unter das Verdeck.
Die vermeintlich beste Lösung war für ihn alles andere als ideal.
Wir haben deshalb rasch auf den Sportsitz gewechselt und diesen minimal aufgerichtet, nur ein paar Zentimeter. Der Unterschied war sofort spürbar: Unser Baby war deutlich entspannter und zufriedener.
Der grosse Kinderwagen im Alltagstest
Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie unpraktisch unser grosser Kinderwagen im Alltag war. Mit rund 15 Kilo Gewicht war er schwer und sperrig. Er passte kaum in unser Auto, und alleine war es mühsam, ihn in den Kofferraum zu heben. Zudem musste man jedes Mal die Babywanne oder den Sitz abnehmen, um ihn überhaupt zusammenklappen zu können.
Also haben wir umgedacht.
Die bessere Lösung
Wir entschieden uns, einen leichten Reisebuggy zu kaufen. Zuerst haben wir Modelle um die 6 Kilo angeschaut. Diese waren zwar angenehm leicht, hatten aber einen entscheidenden Nachteil:
Wenn das Baby in Liegeposition lag, mit dem Kopf in Richtung Griff und den Füssen in Fahrtrichtung, verlagerte sich der Schwerpunkt zu stark nach hinten. Hängte man zusätzlich eine Tasche an den Griff, konnte der Wagen schnell nach hinten kippen, also in Richtung der Person, die ihn schiebt.
Nach weiterer Recherche fanden wir schliesslich die für uns ideale Lösung: ein Buggy mit rund 7 Kilo Gewicht, der Stabilität und Komfort vereint.
Was ihn für uns perfekt macht:
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- Die Liegefläche lässt sich komplett flach stellen. Durch das Hochklappen der Fussstütze entsteht zusätzlich eine geschützte, fast „wannenartige“ Fläche.
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- Mesh-Sichtfenster ermöglichen jederzeit einen Blick aufs Baby und sorgen im Sommer für eine gute Luftzirkulation (lassen sich bei Bedarf, z. B. im Winter, schliessen).
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- Die Sonnenhaube lässt sich sehr weit nach unten ziehen, bis zum Schutzbügel.
Ein oft unterschätzter Punkt: die Räder
Ein weiterer Punkt, den man oft unterschätzt, sind die Räder. Wir haben bewusst einen Wagen ohne Luftreifen gewählt, da wir hauptsächlich in der Stadt unterwegs sind. Diese sind leichter, wartungsfrei und völlig ausreichend für Asphalt und befestigte Wege.
Je nach Lebensstil kann das aber anders aussehen: Wer viel im Gelände unterwegs ist, auf Kieswegen, Waldpfaden oder im Schnee, profitiert von grösseren Luftreifen. Diese bieten deutlich bessere Dämpfung, mehr Grip und ein angenehmeres Fahrgefühl auf unebenem Untergrund.
Am Ende kommt es also weniger auf „besser oder schlechter“ an, sondern darauf, wo und wie man den Kinderwagen im Alltag wirklich nutzt.
Mit einem passenden Fusssack wird der Buggy im Winter zu einem warmen, gemütlichen Bettchen, im Sommer ist er luftig und leicht.
Fazit
Ein schwerer Kinderwagen mit Babywanne ist aus unserer Sicht nicht notwendig. Ein durchdachter, leichter Buggy kann von Anfang an eine deutlich praktischere und alltagstauglichere Lösung sein.
Heute ist unser Kind 10 Monate alt, und wir nutzen denselben Wagen immer noch täglich. Wir haben ihn sogar problemlos im Flugzeug mitgenommen und können ihn mühelos im Auto verstauen.
Was will man mehr?